Ferienvermietung auf Mallorca – so vermieten Sie legal an Urlauber

Eine große Auswahl an malerischen Fincas und Villen zur Ferienvermietung finden Sie bei Porta Holiday.

Neues Gesetz Ferienvermietung Mallorca ab 1. August 2018 – update

Im Sommer 2017 verabschiedete die Balearen-Regierung ein kurzfristiges Moratorium zur Ferienvermietung. Für ein Jahr durfte keine neue Genehmigung für die Ferienvermietung mehr vergeben werden, so wollte die Politik den steilen Anstieg der Touristenzahlen in den Griff bekommen. Seit dem 30. Juli 2018 können wieder Genehmigungen beim Tourismusministerium beantragt werden. Der Inselrat sieht vor, zunächst 20.000 Gästebette für die Ferienvermietung freizugeben; bis 2020 sollen es insgesamt 30.000 werden.

Immobilien mit gültiger Lizenz zur Ferienvermietung genießen Bestandsschutz und die Lizenz wird mitverkauft. Porta Mallorquina bietet viele Angebote mit gültiger Lizenz, wie diese Finca in Alcudia.

Die beiden spanischen Lokalmedien, Ultima Hora und Diario Mallorca, berichteten ausführlich über die Gesetzentwicklung und deren Konsequenzen. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:

Wo darf vermietet werden?

Der PIAT genannte Zonenplan ist der zentrale Punkt des Tourismusrahmengesetzes: Genau aufgeschlüsselt wird zwischen Gegenden unterschieden, die touristisch ausgelastet sind und solchen, die noch ein paar Gäste vertragen können, hier darf das ganze Jahr über an Urlauber vermietet werden. Es gibt einige Gegenden, in denen die Vermietung komplett verboten ist, zum Beispiel an der Playa de Palma oder genauer gesagt von Es Carnatge (Can Pastilla) bis zur Ortsgrenze nach Llucmajor in Arenal. Das gleiche gilt für landschaftliche Schutzgebiete und Industrie- und Wirtschaftsgebiete.

Dann gibt es noch verschiedene Orte, die als „empfindlich“ gelten: Darunter fallen rund 31 Gebiete, zum Beispiel bestimmte Abschnitte von Deià, Pollença, Sóller, Ses Salines, auch auf allgemein ländlichem Grund, wo ebenfalls nur eingeschränkt vermietet werden darf. An empfindlichen wie auch an „gesättigten“ Orten gilt eine 60-Tage-Regelung, das heißt, diese Objekte dürfen maximal zwei Monate im Jahr ferienvermietet werden. Das sind zum Beispiel auch die Palma-nahen Küstenstriche wie südwestlich Palmanova, Magaluf, Santa Ponça und Peguera bzw. südöstlich Arenal, Cala Blava oder Son Verí Nou.

Die Stadt Palma ist vom Zonenplan ausgenommen, der Stadtrat hat sein eigenes Regelwerk vorgelegt. Es gilt: Die Vermietung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bleibt verboten, in Einfamilienhäusern wird sie hingegen erlaubt.

Der Mallorca Zonenplan (PIAT)

Ferienvermietung auf Mallorca – alle Orte und Regeln auf einen Blick. Quelle: Consell de Mallorca und Bellevue.

Wer darf vermieten?

Das Gesetz besagt, dass eine neue Immobilie in den ersten 5 Jahren (nach Fertigstellung) keine Lizenz erhält, auf die Eigentumsdauer beim einzelnen Eigentümer kommt es jedoch nicht an. Der Käufer, der also eine Immobilie in der richtigen Zone erwirbt, die älter als 5 Jahre ist, kann folglich sofort eine Lizenz beantragen. Dabei muss er die nach wie vor sehr strengen Auflagen der Landesregierung erfüllen und das Gästebett käuflich erwerben.

Die gute Nachricht für den, der schon eine Lizenz hat: Es ändert sich nichts, da hier der Bestandschutz gilt. Die zu vermietenden Objekte sind pro Eigentümer auf drei Immobilien begrenzt.

Was darf vermietet werden?

Einfamilienhäuser, aber auch Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern, vorausgesetzt die anderen Eigentümer sind einverstanden und die Objekte befinden sich in einer der genehmigten Zonen. Der Inselrat genehmigt keine neuen Landhotels mehr und keine neuen Golfplatzprojekte.

Welche Ausstattung ist notwendig?

Für das zu vermietende Objekt muss zunächst eine Bewohnbarkeitsbescheinigung („cédula de habitabilidad“) und der Energieeffizienznachweis („certificado energético“) vorliegen. Sozialwohnungen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass auf jeweils vier Gästebetten ein Badezimmer kommt und im Falle einer Ferienwohnung innerhalb eines Mehrfamilienhauses diese über einen eigenen, separaten Strom- und Wasserzähler verfügt.

In den Gegenden, in denen nur eingeschränkt ferienvermietet werden darf, muss es sich um den Hauptwohnsitz des Eigentümers handeln. Diese Regelungen betreffen aber nur Immobilien, die bis jetzt noch keine offizielle Genehmigung zur Vermietung hatten, hier muss eine neue Lizenz erworben werden.

Wie erhalte ich eine Lizenz?

Das Prozedere ist nach wie vor sehr kompliziert. Die Ferienimmobilie muss sich in einem Gebiet befinden, in dem die Vermietung gemäß des Zonenplanes möglich ist. Zunächst muss ein entsprechendes Zertifikat bei der zuständigen Gemeinde beantragt werden.

Handelt es sich dabei um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, muss als erste die Eigentümerversammlung der Ferienvermietung zustimmen.

Jetzt muss beim Tourismusministerium der Balearen-Regierung (Conselleria de Innovación, Investigación y Turismo) eine Genehmigung beantragt werden. Wird diese bewilligt, erhält man eine Registriernummer für die zu vermietende Immobilie. Nun müssen die einzelnen Touristenplätze (Gästebetten) erworben und last not least muss nun bei der Generaldirektion für Tourismus (im Tourismusministerium) eine als „Driat“ bezeichnete „Erklärung zur Aufnahme einer touristischen Aktivität“ eingereicht werden.

Dann kann es offiziell losgehen. Ob alles Hand und Fuß hat, soll in Zukunft per App auch vom Nutzer kontrolliert werden: Der Urlauber kann mit dem „Ferienvermietungscheck Mallorca“ über die Registriernummer prüfen, ob die Vermietung auch tatsächlich genehmigt ist. Dass die Behörden stärker kontrollieren werden, steht außer Zweifel.

Was kostet die Vermietung?

Wem es gelungen ist, eine Registriernummer für das Objekt zu erwerben, der muss für jedes Gästebett in der Immobilie einzeln bezahlen. Ein Bett im Einfamilienhaus kostet 3.500 Euro, ein Bett in einer Ferienwohnung 875 Euro. Im Falle der 60-Tageregelung kostet der Touristenplatz 291,67 Euro. Eine Zahlung auf Raten ist möglich. Als letztes stellt sich noch die Frage:

Was passiert mit der Lizenz, wenn ich verkaufe?

Die Lizenzen haben unterschiedlich lange Gültigkeitsdauer. Neue Lizenzen für Ferienhäuser sind unbefristet und können folglich mitverkauft werden. Bei Ferienapartments hingegen, die erstmalig eine Genehmigung erhalten haben, ist diese auf fünf Jahre beschränkt, dann fallen die Lizenzen zurück.

Da die Balearenregierung beabsichtigt, die Gesamtzahl an Urlauberplätzen mittelfristig herunterzuschrauben, sollen die touristischen Plätze, die an die Gästebettenbörse zurückfallen, nicht neu vergeben werden. Derzeit sieht das Gesetz ein Limit von 430.000 Gästebetten auf Mallorca vor, davon entfallen 115.000 auf die Ferienvermietung und der Rest (315.000) auf Hotels.

 

Update der Gesetzesänderungen 2017

2017 war ein turbulentes Jahr für Ferienvermieter auf Mallorca. Die Balearen-Regierung setzte am 1. August ein neues Gesetz in Kraft und verhängte ein „Moratorium“, was bedeutet, dass voraussichtlich bis zum Sommer 2018 generell erst einmal keine neuen Anträge auf Genehmigung zur Ferienvermietung angenommen werden.

Ferienvermietung auf Mallorca ist beliebt und lukrativ. Doch seit 2017 hat die Bedingungen, eine offizielle Lizenz zu erhalten, enorm erschwert.

Diese Frist soll der Stadt Palma sowie den Inselräten in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Zeit geben, regionale Zonen festzulegen, für die mit Ablauf des Moratoriums neue Genehmigungen ausgestellt werden. Nur in diesen Zonen wird die Ferienvermietung von Wohnungen bei Erfüllung aller anderen Voraussetzungen erlaubt sein. Internetportale und Vermittlungsagenturen werden außerdem verpflichtet, in ihren Angeboten die Lizenznummer der Ferienimmobilie zu veröffentlichen. Andernfalls drohen nicht nur dem Vermieter, sondern auch dem Betreiber der Internetseite hohe Strafen.

Thomas Fitzner Leiter der Abteilung „Vermietung und Verpachtung“ in der Kanzlei European@ccounting ist mit seinem Team auf Steuer- und Rechtsfragen ausländischer Eigentümer zu ihren spanischen Immobilien und vor allem bezüglich der Ferienvermietung spezialisiert. Wir haben ihn zur aktuellen Sachlage befragt:

Herr Fitzner, wenn ein Eigentümer einer Finca bereits eine Lizenz zur Ferienvermietung beantragt hat, aber diese noch nicht erhalten hat, darf er dann dennoch an Urlaubsgäste vermieten?

Sofern der Vermieter alle gesetzlichen Auflagen erfüllt, kann er weiter vermieten. Er sollte jedoch unbedingt prüfen, welche neuen oder veränderten Auflagen mit der Gesetzesreform nun entweder sofort oder nach einer bestimmten Übergangsfrist gelten.

Thomas Fitzner von der Kanzlei European@ccounting

Besteht Gefahr, dass bereits erteilte Lizenzen wieder zurück genommen werden?

Nur wenn man die Auflagen nicht erfüllt, siehe oben.

Wie erhalte ich die Registrierungsnummer, die in Internetportalen mit angegeben werden muss?

Wer die Ferienvermietung beim Tourismusministerium anmeldet, erhält eine Registriernummer, die bis zum Erhalt der Lizenz ersatzweise angegeben werden kann. Mit Abgabe des Antrags kann ja sofort vermietet werden, unabhängig davon, wie lange die Behörde braucht, um die Angaben des Antragstellers zu prüfen und die endgültige Genehmigung zu erteilen.

Sind diese Lizenzen personenbezogen oder kann ich sie zusammen mit meiner Finca auch verkaufen?

Die Registriernummer und später die Lizenz beziehen sich immer auf die Immobilie.

Gibt es Ausnahmeregelungen für die Vermietung von Wohnungen?

Für die Ferienvermietung von Wohnungen ist neben den allgemeinen Vorschriften eine Reihe zusätzlicher Bedingungen zu erfüllen, die im Wesentlichen darauf abzielen, die Mitbewohner vor Belästigungen zu schützen.

Darf ein Mieter einer Finca diese in seiner Abwesenheit an Urlaubsgäste vermieten?

Nur mit Wissen und ausdrücklicher Genehmigung des Eigentümers, und nur, wenn er alle gesetzlichen Auflagen erfüllt. Man sollte bedenken, dass für den Eigentümer u.a. ein steuerliches Risiko entstehen kann, denn mit einer Untervermietung wird die Hauptmiete umsatzsteuerpflichtig.

Muss immer das komplette Haus vermietet werden oder können auch abgetrennte Wohneinheiten oder „Casitas“ an Urlaubsgäste vermietet werden?

Grundsätzlich darf eine Immobilie immer nur gesamthaft an einen einzigen Vertragspartner vermietet werden, sonst wäre ja ein hotelartiger Betrieb gegeben, der anderen Vorschriften unterliegt. Einzige Ausnahme: Das neue Gesetz erlaubt die zimmerweise Vermietung, wenn es sich um den eigenen Hauptwohnsitz handelt und der Eigentümer in der Wohnung verbleibt. Diese Modalität ist allerdings nur für maximal 60 Tage im Jahr erlaubt.

Was ist mit Saisonvermietung, also die reine Überlassung des Wohnraums auf Zeit ohne irgendwelcher Zusatzleistungen wie Bettwäsche oder Reinigung? Ist diese weiterhin erlaubt?

Wir bezeichnen das als umsatzsteuerfreie Ferienvermietung, sofern die Vermarktung über Kanäle wie Porta Holiday erfolgt. Jede Vermietung über einen Zeitraum von weniger als einem Monat wird von den Behörden automatisch als Ferienvermietung angesehen und ist somit lizenzpflichtig, es sei denn, man kann eine reine Wohnvermietung nachweisen, die ja ebenfalls kurzfristig erfolgen kann. Wichtig: Das neue Gesetz kehrt die Beweislast um. Bislang musste die Behörde beweisen, dass es sich um eine Ferienvermietung handelt, nunmehr muss der Eigentümer bzw. Betreiber beweisen, dass es sich um keine Ferienvermietung handelt.

Private Ferienvermieter mit Wohnsitz in Deutschland und einer Immobilie auf Mallorca unterliegen der spanischen Umsatzsteuerpflicht (IVA) in Höhe von derzeit 21%. Kann ich diese Steuern in meiner deutschen Steuererklärung absetzen?

Für die umsatzsteuerfreie Ferienvermietung wird die Umsatzsteuer in Spanien wie in Deutschland als Mehrkosten eingerechnet. Bei der umsatzsteuerpflichtigen Ferienvermietung spielt die Umsatzsteuer in Deutschland keine Rolle, das bleibt ein spanisches Thema.

Muss der Eigentümer die Umsatzsteuer abführen oder übernimmt das die Vermittlungsagentur, sofern eine beauftragt wurde?

Wenn die Vermittlungsagentur den Sitz außerhalb Spaniens hat und in Spanien nicht angemeldet ist, kommt das Reverse-Charge-Verfahren zum Tragen. D.h. der Eigentümer erhält die Rechnungen über Vermittlungsleistungen ohne Umsatzsteuer und muss die „IVA“ von 21 Prozent ans spanische Finanzamt abführen.

Stichwort Agenturen. Herr Fitzner, macht es einen Unterschied für deutsche Eigentümer, ob die Vermittlungsgesellschaft wie die Immobilie ihren Sitz in Spanien oder in Deutschland hat?

Da gibt es natürlich Unterschiede, weil die Umsatzsteuer in Deutschland 19 Prozent beträgt und in Spanien 21 Prozent. Die einzige wirklich problematische Konstellation ist: deutsche Agentur, Eigentümer mit deutscher Adresse im Vermittlungsvertrag und Immobilie in Spanien. Wenn der Eigentümer der Agentur keine spanische Adresse angibt und keine spanische Umsatzsteuernummer einholt, besteht nämlich die Gefahr, dass er zweimal für die Umsatzsteuer zur Kasse gebeten wird. Der Grund: Das spanische und das deutsche Finanzamt interpretieren die europäische Umsatzsteuer-Systemrichtlinie unterschiedlich, mit der Folge, dass bei der genannten Konstellation beide Steuerbehörden der Meinung sind, dass die Umsatzsteuer auf Vermittlungsleistungen jeweils im eigenen Land fällig wird. Eine absurde Situation, die in der EU eigentlich gar nicht entstehen dürfte. Aber wir haben intensiv mit beiden Seiten kommuniziert, um den Sachverhalt abzuklären, und haben dieses Problem leider nicht aus der Welt schaffen können. Da es für die Umsatzsteuer kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, könnte eine echte Doppelbelastung entstehen, ohne Möglichkeit einer Anrechnung. Aber dafür gibt es eine Lösung, die wir mit unseren Mandanten bereits umsetzen.

Was empfehlen Sie deutschen Eigentümern, die eine Immobilie auf Mallorca mit dem Ziel der Ferienvermietung erwerben möchten?

Der wichtigste Ratschlag: Man sollte sich umfassend informieren, BEVOR man loslegt und eventuell eine Immobilie erwirbt. Nur ein Beispiel, um zu illustrieren, welchen Unterschied eine kompetente und vor allem fachübergreifende Beratung zum rechten Zeitpunkt machen kann: Vor kurzem hatte ich einen Interessenten am Telefon, der auf Mallorca den Bau eines Hauses in Gang gesetzt hat, um es nach Fertigstellung für die Ferienvermietung anzubieten. Seine Fragen zielten eigentlich nur auf die Umsatzsteuer-Rückerstattung ab, waren also rein steuerlicher Natur. Dann stellte sich heraus, dass er eine wichtige Bestimmung des neuen Tourismusgesetzes nicht kannte, nämlich dass die Ferienvermietung nur für Immobilien erlaubt ist, die mindestens fünf Jahre alt sind. Damit ist die Idee umsatzsteuerlich tot. Wie heikel dieses Thema ist, erschließt sich nur, wenn man sowohl vom Tourismusgesetz wie auch vom Umsatzsteuergesetz Ahnung hat.

Herr Fitzner, wir danken für das Gespräch!

Haben Sie direkt Fragen an Herr Fitzner? Sie können ihn über die Kanzlei European@ccounting oder per Email konraktieren: thomas(at)europeanaccounting.net

Rückblick: So war die Situation von 2014 bis 2017

Ferienvermietung auf Mallorca ist seit der Reform der touristischen Bestimmungen in aller Munde. Kein Wunder, geht es hier doch für die Hausbesitzer um attraktive Mehreinnahmen in der Zeit, in der die eigene Ferienimmobilie nicht genutzt wird. Doch was ist mit Ferienwohnungen, können die auch legal vermietet werden? Und wird der Eigentümer zum Reiseveranstalter, wenn er seine Finca über das Internet anbietet?

Am 26. April lud Porta Mallorquina zum Brunch ein mit Referenten zum Thema Ferienvermietung.

Am 26. April lud Porta Mallorquina zum Brunch ein mit Referenten zum Thema Ferienvermietung.

Diese und weitere dringende Fragen klärten am 26. April die Rechtsanwälte Guillermo Dezcallar Enseñat und Javier Blas Guasp von der Kanzlei ILLESLEX auf unserer Infoveranstaltung mit Brunch in unserem Shop in Pollensa.

Señor Dezcallar Enseñat, warum herrscht derzeit so viel Verwirrung über die Ferienvermietung?

Es besteht viel Informationsmangel und ein verdecktes Interesse des Hotelsektors, den Unterschied zwischen Saisonvermietung (geregelt durch das nationale urbane Mietgesetz) und Ferienvermietung (geregelt durch das Gesetz 8/2012 für Tourismus, autonome Gesetzgebung) nicht zu klären.

Wer kann seine Immobilie vermieten?

Alle Eigentümer haben das Recht ihre Immobilie zu vermieten, wenn sie dies in Übereinstimmung mit dem Gesetz tun, da die Rechte des Eigentums nicht eingeschränkt werden können.

Rechtsanwalt Guillermo Dezcallar Enseñat von der Kanzlei Illeslex.

Rechtsanwalt Guillermo Dezcallar Enseñat von der Kanzlei Illeslex.

Bedeutet dies, dass jeder seine Immobilie legal tage- und/oder wochenweise vermieten kann?

Auf jeden Fall, wenn er das anzuwendende Gesetz einhält. Dies ist das nationale Gesetz zur urbanen Vermietung für Saisonvermietungen, Ley de Arrendamiento Urbanos nacional ( L.A.U.), oder das Tourismusgesetz der Balearen für Ferienvermietungen.

Welche Serviceleistungen darf ein Eigentümer anbieten, der seine Immobilie in Saisonvermietung anbietet?

Keinerlei Ferienservice, darunter fällt: Abholung vom Flughafen, periodische Säuberung während des Aufenthalts, Wäscheservice für Bettwäsche und Tischtücher, Ersatz für Hausrat, Telefonservice 24 Stunden, etc.

Handelt es sich bei normalen Reparaturen in der Immobilie, dem Pool etc. um einen Ferienservice?

Nein, auf keinen Fall. Dies sind reine Reparaturen der Immobilie.

Kann für jede Immobilie im Tourismusministerium eine Genehmigung für Ferienvermietung beantragt werden?

Nein, nur die folgenden Immobilien kann diese Genehmigung beantragt werden:

  • Alleinstehende Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften oder ähnliche.
  • Maximal 6 Schlafzimmer und maximal 12 Betten.
  • Mindestens 1 Badezimmer für je 3 Betten.
  • Kurze Aufenthalte von maximal 2 Monaten.

Welche Hauptunterschiede gibt es zwischen der Ferienvermietung und der Saisonvermietung?

Folgende Unterschiede bestehen:

Saisonvermietung und Ferienvermietung - die Unterschiede auf einen Blick.

Saisonvermietung und Ferienvermietung – die Unterschiede auf einen Blick.

Werden Immobilienfirmen als touristische Kanäle angesehen?

Sie werden nicht als solche eingestuft, somit können Saisonvermietungen über Immobilienfirmen vermittelt werden. Ebenso wenig werden europäische Vermittler wie Homelidays, FEWO, Homeway, Owner’ Direct etc. als solche eingestuft.

Empfiehlt es sich, einen Mietvertrag zwischen dem Eigentümer und dem Mieter abzuschließen?

Immer und auf alle Fälle sollte ein Vertrag zwischen dem Eigentümer und dem Mieter abgeschlossen werden. Im Fall der Saisonvermietung sollten zwei Dinge im Vertrag aufgenommen werden:

a) dass es sich um eine Saisonvermietung handelt, die unter das urbane Mietgesetz fällt und

b) dass kein Ferienservice während des Aufenthalts geleistet wird.

Können die Eigentümer ihre Immobilie an eine Agentur vermieten, damit sie vermarktet wird?

Sigrun Gründler von Porta Holiday, einer Tochterfirma von Porta Mallorquina, informierte über den neuen Vermietungs- und Hausverwaltungsservice.

Sigrun Gründler von Porta Holiday, einer Tochterfirma von Porta Mallorquina, informierte über den neuen Vermietungs- und Hausverwaltungsservice.

Dies ist völlig legal, es muss jedoch berücksichtigt werden, welche Art von Vermietung die Agentur anbietet: Wenn sie Ferienvermietung anbietet, muss die Immobilie über eine Genehmigung für Ferienvermietung des Tourismusministeriums verfügen. Wenn sie keine Genehmigung hat, kann nur Saisonvermietung angeboten werden (ohne direkte oder indirekte touristische Leistungen anzubieten, siehe oben). Es ist sehr wichtig, dass ein Vertrag zwischen dem Eigentümer und der Agentur unterzeichnet wird.

Kann die Eigentümergemeinschaft eine Ferienvermietung verbieten?

Eine Vermietung in Mehrfamilienhäusern ist nicht gesetzlich verboten. In der Praxis haben Eigentümergemeinschaften oft die Saisonvermietung verboten. Dies ist jedoch illegal und kann nicht gerichtlich durchgesetzt werden, da wie gesagt das Recht auf Eigentum nicht eingeschränkt werden darf.

Muss der Eigentümer die nicht touristische Nutzung bei Saisonvermietung nachweisen?

Art. 50.2 des Tourismusgesetzes sieht vor, dass eine touristische Kommerzialisierung vorliegt, wenn nicht bewiesen werden kann, dass der Vertrag in Übereinstimmung mit dem urbanen Mietgesetz (Saisonvermietung) besteht. Aus diesem Grund sollte den Anweisungen gefolgt werden, die in diesem Dokument erscheinen.

Wie werden die Einkünfte für Mieten besteuert?

In der Steuererklärung – IRPF zu einem Zinssatz von 24,75%. Die Steuer muss vierteljährlich abgeführt werden, wenn die Steuererklärung ergibt, dass Steuern abgeführt werden müssen und jährlich, wenn keine Steuern anfallen.

Welche Aufwendungen können von den Einnahmen abgezogen werden?

Hauptsächlich die jährliche Amortisierung der Immobilie (2% pro Jahr), außerdem die Zinsen von Hypotheken und Steuern wie die Grundsteuer, Müllsteuer und Unterhaltungskosten, etc.

Señor Dezcallar Enseñat, herzlichen Dank für das Gespräch und die interessanten Ausführungen.

Haben Sie noch Fragen zur Ferienvermietung? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Full-Service vom Kauf bis zur Ferienvermietung: Porta Mallorquina Real Estate und Porta Holiday.

Full-Service vom Kauf bis zur Ferienvermietung: Porta Mallorquina Real Estate und Porta Holiday.

53 Kommentare
  1. Danke für das positive Feedback Sophie! Bitte beachten Sie auch die neuesten Änderungen, die wir hier aktuell zusammengefasst haben. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden. Mit sonnigen Grüßen, Ihr Porta Mallorquina Team

  2. Hallo und guten morgen ,

    Mir wurde gesagt das es wohl seid 1.8.18 ein neues Gesetz bezügl. Der Ferienvermietung auf Mallorca gibt .

    Ich versuche beim Consell de Turismo Informationen zu erlangen (seid 3 Wochen ) jedoch sehr unklar und nicht wirklich definiert.
    Ich besitze noch keine Lizenz und würde gerne eine erwerben.

    Es handelt sich um adosados (3) wovon ich zwei besitze und das dritte unbewohnt ist und bleibt.

    Ich hoffe Ihr könnt mir da weiterhelfen und verbleibe mit mit herzlichen Grüßen.
    Alex Spak

  3. Hallo Alex,
    wir haben heute die neuen Gesetzesvorschriften veröffentlicht. Wir hoffen, diese Informationen helfen Ihnen weiter. Mit sonnigen Grüßen, Ihr Porta Mallorquina Team.

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