Golfspielgenuss in Santa Ponsa für privat und jedermann

Nicht weit von dem Ort, an dem einst Jaume I mit seinen Truppen an Land ging, um Mallorca von den Arabern zu befreien, liegen jetzt die drei Golfplätze Santa Ponsa 1, 2 und 3. Hier geht es jedenfalls gegenüber damals friedlich zu, wenn auch hier recht oft heiß um den Sieg gekämpft wird.

Santa Ponsa Golfplatz

Golfplatz in Santa Ponsa im Südwesten von Mallorca

Am bekanntesten und beliebtesten ist hier das Turnier um die „Trophäe“ der schwedischen Prinzessin Brigitta, das jedes Jahr im September ausgetragen wird. An diesem Golfturnier nehmen überwiegend Skandinavier, Deutsche, Engländer und Spanier teil. Die Turnierteilnehmer haben dabei Gelegenheit auch auf dem Golfplatz Santa Ponsa 2, der ansonsten nur für Mitglieder reserviert ist, den Golfschläger zu schwingen.

Privatplatz Santa Ponsa 2

Den Spielern, die hier zum ersten Mal spielen und die den Golfball nicht ganz exakt kontrollieren können, wird hier recht oft der Genuss des Ping-Pong zuteil. Das sehr,sehr schmale Grün des Fairways wird mit „dog-legs“ nach links und rechts von stämmigen Kiefernwuchs eingesäumt. Das muntere Hüpfen eines Balls von Bäumchen zu Bäumchen kann hier schön beobachtet werden, gibt aber nicht immer Anlass zu erfreulichen Kommentaren.

Auf den ersten neun Löchern gewähren nur sehr exakt geschlagene und getrimmte Bälle feie Fahrt zum Green, um dort eingelocht zu werden. Selbst ein Par 3, das auf den ersten Blick recht harmlos und gemütlich aus dem Kiefernwald hervorlugt, offenbart beim Spiel seine Tücken, denn links, rechts und hinten vom anvisierten Grün geht’s steil bergab in den Kiefernwald. Wohl dem, der jetzt mit einem Wedgeschlag noch eine freie Passage zwischen den Bäumen findet.

Mallorca in klein auf Loch 18

Ist in der ersten Hälfte vor allem Genauigkeit und Präzision der Schläge verlangt, so muss bei den zweiten neun Löchern der Ball gehörig weit fliegen, um eingelocht werden zu können. Waren es zuerst die Bäume, die die Bälle verschluckten, sind es jetzt Wassergräben und Teiche, die die Bälle verschwinden lassen. Hat man die langen Par 5, die fast einen halben Kilometer messen, hinter sich gebracht, erreicht man endlich Tee 18. Dies ist das originellste Loch Mallorcas. Du stehst am Abschlag, vor dir ein kleiner See und schaust auf das Grün, eine kleine Insel, die den Umrissen der großen Insel Mallorca nachempfunden ist. Und jetzt viel Glück, zu kurz, zu weit, zu links, zu rechts und es macht plup. Wer weiß, es könnte aber auch ein „hole in one“ sein, ein sehr teurer Glücksschlag.

Öffentlicher Platz Santa Ponsa 1

Ein ganz anders Bild bietet Santa Ponsa 1, ein Golfplatz, der allen offen steht und der sehr frequentiert ist. Er ist allerdings auch recht rationell durchorganisiert, Starter sorgen für Disziplin beim ersten Abschlag und eine resolute Engländerin als Marshall kümmert sich, dass alles seinen reibungslosen und schnellen Ablauf nimmt. Der Platz, der in der Regel gut gepflegt in Ordnung ist, wenn nicht gerade längere Regengüsse den unteren Teil um Loch 10 etwas durchweicht machen, ist mit einer Länge von 6219 (gelb) relativ lang. Schon der erste Abschlag auf einem breiten Fairway zeigt, dass hier Weiten (Loch 1, gelb 410 m) erforderlich sind, um einen guten „score“ zu spielen. Auch Loch 2 mit 500 m und Par 5 darf mit seinem leichten „dogleg“ nach rechts wegen eines Wassergrabens und einem frontalen Wasser nicht unterschätzt werden. Entschädigt wird dann der Golfspieler beim nächsten Loch, bei dem Par 3, das mit einem Abschlag, einer Annäherung und einem oder zwei Put leicht zu schaffen ist. Es geht dann munter, immer leicht bergauf oder bergab, weiter.

Kleine gepflegte Villen säumen den Golfplatz von Santa Ponsa.

Ein recht interessantes Loch ist dann Loch 7, bei dem man den Golfball abwärts über ein paar Kiefern 160 m hieven, aber doch vermeiden, dass er in dem Grün angrenzenden Weiher landen sollte.

Bei der zweiten Runde bringt Loch 10 mit 560 m und einer starken Fairwayneigung bei Handicap 1 den Normalgolfer ins Schwitzen. Auch beim übernächsten Abschlag auf Loch 12 muss man mit dem Driver schon einen gehörigen Bums drauf haben, um hier das 200 m entfernte „green“ mit dem ersten Schlag zu treffen.

Auch das letzte, das 18. Loch, bei dem es nochmals 400 Meter nach oben geht, kostet dem Golfspieler, der sein Trolley zieht schon noch Kraft. Über den Daumen gepeilt, knapp die Hälfte der Spieler lässt sich kutschieren, die anderen reisen mit Schusters Rappen, genießen die Aussicht auf dem Galatzo, dem pyramidenförmigen, mächtigen Berg am Horizont. Nur im Hochsommer, wenn es ganz heißt ist, ist es besser ins nahe gelegene Meer zu gehen und wenn Golf sein muss, mir mit „coche“.

Am Schluss jeder Golfrunde lädt das Clubhaus zu einem Imbiss und zu einem Drink ein. Hier in Santa Ponsa I ist das Clubhaus, das zum Golfhotel gehört, besonders üppig und gemütlich ausgefallen. Besonders hervorzuheben sind die Abschlussfeiern und Siegerehrungen nach Turnieren. So wurde z. B. das zweitägige „Prinzessin Brigitte-Turnier“ mit dem Empfang des 2. Bürgermeisters von Palma und einem Büffet auf dem Schloß Bellver gefeiert. Mit einem grandiosen Mann und einer rauschen Ballnacht fand das Turnier, bei dem es beachtliche Preise gab, seinen krönenden Abschluss.

Lebenslanges Spielrecht

Noch ein abschließendes Wort zu Santa Ponsa. Der Besitzer der Golfplätze ist der Direktor der „Banca Balear“, der erst vor kurzem noch „Golf Bendinat „dazugekauft“ hat. Um Mitglied bei Santa Ponsa zu werden, muss man eine „Accion“ eine Aktie kaufen, die je nach Angebot und Nachfrage im Preis steigt oder sinkt. Die Zahl der Aktien ist begrenzt, eine „accion“ kostete bei Erstausgabe ungefähr 20.000 €. Dafür kann man Zeit seines Lebens auf dem öffentlichen Platz Santa Ponsa I und den privaten Plätzen Santa Ponsa II und Santa Ponsa III (Neun-Loch-Platz) spielen. Jedes Mitglied kann gegen Entgelt des Spielers eine begrenzte Zahl von Gästen im Jahr mitnehmen.

Sollte man in einer der Villen, die den Golfplatz Santa Ponsa I umgeben wohnen, bedarf es nur eines Katzensprungs zum „golfgame“, aber selbst wenn man weiter anfahren müsste, so ist Santa Ponsa zum Golfspielen immer eine Reise wert.

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